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Ohrwürmer kommen unvermittelt und bleiben teilweise tagelang im Kopf. Aber warum werden wir die Musik in Endlosschleife nicht wieder los? Und welche Lieder sind besonders Ohrwurm-geeignet?

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Ohrwürmer sind eine echte Plage: 99 Prozent aller Menschen, so haben Wissenschaftler herausgefunden, haben mindestens einmal in ihrem Leben ihre Erfahrung mit den biestigen Nervtötern gemacht – und bei den meisten Menschen dürfte die Zahl sogar noch deutlich darüber liegen.

Ohrwürmer aus Langeweile

Der Grund für die Plagegeister ist so einfach wie überraschend: Forscher vermuten, dass wir immer dann einen Ohrwurm bekommen, wenn unserem Gehirn schlichtweg richtig langweilig ist.

So tritt die musikalische Endlosschleife Studien zufolge zu mehr als 70 Prozent in ganz alltäglichen Situationen wie beim Abwaschen oder Aufräumen auf.

Auch Musikforscher der Universität Kassel haben sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und herausgefunden: Eine große Rolle, ob ein Titel zum Ohrwurm mutiert, spielt der Text.

So waren die eingängigsten Titel alle in deutscher Sprache, während Instrumentalstücke nur selten Ohrwurmstatus erreichten.

Wer nun aber glaubt, dass Musiker Ohrwürmer gezielt planen können, irrt: Sie entstehen immer unwillkürlich, manchmal schon nach einmaligem Hören, zumeist aber erst später.

Emotionen spielen eine wichtige Rolle

Eine wichtige Ursache scheint Forschern zufolge die Emotion zu sein, die der Hörer mit dem Stück verbindet: Gefällt es ihm besonders gut oder nervt es ihn tierisch? In beiden Fällen scheint das starke Gefühl die Endlosschleife im Gehör hervorzurufen.

Was kann man tun, um einen Ohrwurm wieder loszuwerden? Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Außer: Das Gehirn mit einer anderen Aufgabe zu beanspruchen. Das aber braucht Zeit: Im Schnitt dauert ein Ohrwurm ganze 40 Minuten an.

Eine etwas unschöne Frage, ob der Inhalt der Nase essbar ist. Für einige offenbar nicht, die sich eben diesen in den Mund stecken. Ist das nur ekelig oder auch ungesund?

Comments

  1. D. Netzgeist

    da ist wieder diese Sch.. - melodie

  2. Felix Fuchs

    Jetzt weiss ich endlich, wie die Hitcharts im Rundfunk entstehen: reine Langeweile der Hörer... Spricht schwer für die kompos(i)torische Qualität Dessen, was man da auf (in) die Ohren bekommt, nicht wahr?!? Nimmt der Hobbygärtner nicht auch würmliche Hilfe inanspruch, so er seine GartenABFÄLLE selbst kompostiert? Na, da haben wir's ja! Schlimm, dass ich für diese akustische Umweltverschmutzung auch noch Gebühren bezahlen darf!

  3. Karl Weberknecht

    Oiso mir is mei Bandwurm liaber ois a Ohrwurm, woi so bleib i recht schlank !

  4. Rüdiger Lange

    Löst sich auf mit Gegenschall. Bewusst einen neuen Ohrwurm gegen den alten intonieren, und weg ist er. Man muss aber rechtzeitig aufhören, sonst ... siehe oben.

  5. Charle Duchemin

    Schlimm diese Ohr-Parasiten

  6. Peter Lachmann

    Zitat Artikel: „So waren die eingängigsten Titel alle in deutscher Sprache“ Komisch, alle Leute die ich kenne, und das sind alles deutsche Muttersprachler, haben fast nur englische Ohrwürmer (das Spektrum reicht dabei von den Beatles und Rolling Stones bis hin zu ganz aktueller Rock-/Pop-Musik). Ob deutsch oder englisch, kommt wahrscheinlich auch darauf an, was man so für Musik hört (z. B. im Radio / übers Internet, Hintergrundmusik beim Einkaufen, Musik in der Werbung etc.) und von wem man Fan oder kein Fan ist. Das Gehirn merkt sich vor allem Musikstücke mit einer eingängigen, nicht zu komplizierten Melodie. Zu einfach darf die Melodie aber auch nicht sein, kaum einer hat Ohrwürmer al la „Uzz uzz uz uz uz uz uz uz“. Die Gefahr, dass man einen Ohrwurm bekommt, steigt besonders an, wenn zu einer eingängigen, am besten noch fröhlich-beschwingten Melodie noch ein Text dazukommt, der einfach zu merken ist, und der am besten noch irgendwie lustig oder skurril ist. Ganz oft wird das letzte Lied dieser Art, was man gehört hat (z. B. bevor man das Radio ausgeschalten hat), zum Ohrwurm. Dagegen hilft meist nur ein anderes eingängiges Lied, welches man mag (z. B. nach dem Motto „Hard Rock kills Helene Fischer“). Kurzfristig hilft auch eine andere Ablenkung, die das Gehirn beschäftigt, z. B. sich mit jemandem zu unterhalten oder etwas zu lesen.

  7. *****

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  8. Paula Hinzing

    #7, danke, dass Sie das absolut Richtige so ruhig und klar sagen. Ich denke es jedesmal, wenn geschimpft wird, dass gmxweb.de bei den "interessanten" Themen oft von vornherein gar keine Diskussion zulasse. Käme ja doch nichts Sachliches bei raus! Textbausteine, glaube ich auch. #16, ich habe gleich bei der Überschrift gestutzt, denn dass dieses Phänomen jemals auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist, glaube ich kaum. Und an alle hier, die sich lustig machen über die "Ohrwürmer": das kann ein krankmachendes Leiden sein! Ich leide von Kindheitstagen an daran, auch wenn ich es damals nicht als Leiden erfahren habe. Aber inzwischen bin ich krank. Hilfe? So recht weiß noch niemand eine. Oft genug war es sogar nur die Melodie (bsp.weise wenn ich den Text nicht verstanden habe), die in mir Karussel gefahren ist. Aber auch reine Instrumentalmusik, sogar das, was man ernste und klassische Musik nennt, manchmal nur eine kurze Sequenz, manchmal ganze Sätze einer Suite ... Nur konnte ich als Kind alles raussingen - singen liegt bei uns in der Familie - oder rauspfeifen (ich konnte pfeifen wie Ilse Werner) - und alle fanden das goldig, meine Eltern vielleicht ausgenommen, denen ich manchmal durchaus auf die Nerven gegangen bin, wenn ich den ganzen Tag gedudelt habe. Wir haben aber auch viel miteinander gesungen, Papa und ich ganze Opern- und Operettenduette ... Aber ich wurde größer und irgendwann erwachsen - und immer mehr wurde die ganze Musik, ob mit oder ohne Text, nach innen gedrängt und hat sich dort regelrecht angestaut. Das Mittel, das einige erwähnt haben, einfach etwas anderes bewusst dagegen zu singen, u.U. mehreres in schnellem Wechsel, hat immer weniger geholfen. Es kam dahin, dass eine Seitenzahl, eine Listennummer, eine Wortkombination das Lied aus dem Kirchengesangbuch, das diese Nr. trägt, oder einen Gesang mit Anklang an die Wortkonbination in mir wachruft . Ich träume eine Melodie, und sie verfolgt mich nach dem Aufstehen, bis sich eine neue aufdrängt.

  9. Jörg Lisicki

    @Thomas Wiedemeyer Ohrwürmer von Zawinul sind doch wie Austern an der Küste. Gibt nicht genug davon. Und zur Abwechslung mal die Blackmarket...

  10. Anja Enns

    #Adolf Kästner - du fallst sicher nicht nur mir unangenehm auf!!!

  11. *****

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  12. Wolfgang Große

    schade das man hier keine Bild vom Ohrwurm hochladen kann

  13. Frank Zocher

    @Birte Schmidt die überschrift auf der startseite lautet: "So entsteht ein Ohrwurm". gmxweb.de impliziert damit, daß die ursachen bekannt sind. im text kann man dann lesen: "Die Forscher vermuten...". seit wann sind vermutungen tatsachen?

  14. Thomas Wiedemeier

    argh, ich hätte das nicht schreiben sollen, jetzt ist es wieder da.

  15. *****

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  16. Thomas Wiedemeier

    kann gar nicht stimmen, meine Ohrwürmer sind immer ohne Text. Manchmal einfach nur "the lick" oder "Mercy, Mercy, Mercy" (ohne Text, die Fassung von Zawinul)

  17. Hubert Müller

    Zahlt die Beseitigung und die Behandlung eines Ohrwurmes die Krankenkasse?

  18. Harald Schulz

    Einen Ohrwurm loszuwerden bedarf es eines Ohrwurms. "Killing in the name off" funktioniert immer, wenn mal wieder Jolene mit ihrem Rotnasigen Reintier im Gelben Unterseeboot unangemeldet hereinplatzt...

  19. Peter Foth

    Ich würde mir sehr wünschen, dass die Warnung vom besten Physiker der Gegenwart - Stephen Hawking - zu einem »Ohrwurm« würde. Die derzeitigen Agressionen in allen Lebensbereichen der Menschheit sind wirklich mehr als beängstigend. Statt alle verfügenbaren Finanzmittel in erneuerbare Energien und innovative Technologien zu stecken - damit dem erbarmungslosen Kampf um die Rohstoffrecourcen Einhalt geboten wird - werden immer mehr zerstörerischere Waffen entwickelt, erzeugt und exportiert. Mit der dazu gehörigen Politik der mächtigsten Bündnisse, wird die Apokalypse viel eher eintreten, als es Stephen Hawking prognostiziert hat. Laßt uns mit allen Mitteln mahnen, bevor es zu spät sein wird.

  20. Luisa Schmidt

    Und hier kommt oft noch ein Klingeln in den Ohren verstärkend hinzu ;-)

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