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In meiner Kindheit sahen alle Zoos der ehemaligen UdSSR eher aus wie eine Menagerie. Sogar die Tierparks in Moskau und Sankt Petersburg, welche von allen über die Maßen gelobt wurden, ähnelten mehr einer Ansammlung an Käfigen als einem Zoo, ganz zu schweigen von dem in meiner Heimatstadt Almaty.

Deswegen war ich überrascht als man mir in Nowosibirsk, der größten Stadt Sibiriens, empfahl, einen Zoo zu besuchen. Er gilt anscheinend als eine der schönsten Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Einwohner bezeichnen den Zoo als den besten in ganz Russland.

Der Zoo wurde 1947 etabliert und war der erste Tierpark, den es in Sibirien gab. Es ist außerdem einer der größten in ganz Russland. Er erstreckt sich über eine Fläche von 63 Hektar und beherbergt etwa 11.000 Tiere von 756 verschiedenen Spezies.

Ein Zufluchtsort für aussterbende Arten

Mehr als 350 davon stehen auf der internationalen Roten Liste, welche aussterbende Tierarten aufzählt. Etwa 180 Spezies sind in der Roten Liste von Russland und den Regionalen Roten Listen aufgeführt. 77 Arten werden vom internationalen Zuchtbuch verwaltet.

Der Zoo ist spezialisiert auf die Züchtung und Pflege von Katzenartigen und Mardern, weswegen es dort auch die meisten Tiere dieser Spezies gibt.

Die Mitarbeiter nehmen an 67 verschiedenen internationalen Programmen teil, die darauf ausgerichtet sind, seltene und gefährdete Tierarten zu retten und zu schützen.

Im Vergleich zu anderen Zoos in Russland ist das Gelände des nowosibirsker Zoos riesig. Es liegt am Stadtrand und ist von drei Seiten von Wald umgeben. Die Gehege sind geräumig und die Tiere sehen gesund und fit aus.

Heimat für einen Vertreter einer sehr seltenen Tierart

Der Tierpark ist berühmt für die Züchtung eines einzigartigen Tieres: Eines Ligers. Ein Liger ist ein Hybrid, eine Kreuzung zwischen einem männlichen Löwen und einem weiblichen Tiger.

Da beide Tierarten zur selben biologischen Gattung Panthera gehören, ist eine Vermischung der Gene möglich.

Der Liger sieht ganz anders aus als sein Gegenstück, der Töwe, der eine Kreuzung zwischen einem männlichen Tiger und einem weiblichen Löwen ist.

Ein Liger ist das größte bekannte Exemplar aller noch nicht ausgestorbenen Katzenartigen. Er sieht aus wie ein riesiger Löwe mit einem schwachen Tigermuster.

Da er bis über 350 kg schwer werden kann, rechnet man ihm jegliches Überleben in Freiheit ab, weil er damit zu schwer für die Jagd wäre.

Einem Töwen hingegen sprechen Experten große Chancen zu, in freier Wildbahn überleben zu können. Ein Töwe kann bis zu 75 Stundenkilometer erreichen, was eine erfolgreiche Jagd gewährleisten könnte. Seine Sinne sind ebenfalls ausgeprägt genug.

Es gibt auch noch weitere Kreuzungen von Großkatzen, zum Beispiel den Liliger, aber das ist mir zu kompliziert.

Eine ungern gesehene Tierart

Unglücklicherweise konnte ich keine sehr guten Fotos dieser beeindruckenden Tiere schießen. Es war ein sehr heißer Tag in diesem Sommer in Sibirien, also hatte sich der Liger im Schatten seines Geheges versteckt und hielt dort ein Nickerchen. Einen kleinen Blick können Sie dennoch in der Galerie erhaschen.

Aufgrund der hohen Temperaturen mussten wir außerdem leider die Gesellschaft von Schwärmen von Mücken ertragen, die am Ufer des Flusses Ob geschlüpft waren.

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Eisbär, Erdmännchen und Co.

Im Tierpark in Nowosibirsk gibt Bären, Erdmännchen und exotische Vögel zu bestaunen. Außerdem beherbergt er eine überaus seltene Tierart: Den Liger.

Er schreibt als Kolumnist für das "Forbes Kazakhstan Magazine", ist Bergführer und leidenschaftlicher Fotograf. Immer mit im Gepäck hat Andrey seine gute Laune.

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